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Britisches Damen-Veloziped![]()
Zeitungsanzeige in BostonDrais erhielt in Frankreich ein Brevet auf fünf Jahre und hatte einen
Importeur. In England nahm Wagenbauer Denis Johnson ein Verbesserungspatent,
heute würde man Raubpatent dazu sagen. Neu waren hier Zweiräder
für Frauen, die dort ja auch selbst Schlittschuh fahren durften. Auch in
den USA gab es ein Patent (verbrannt) auf ein Veloziped. Die Studenten der
Harvard- und Yale-Universität fuhren damit. Überall, wo die
Zweiräder massenhaft auftraten, wurden sie alsbald auf den Gehwegen
verboten - doch die zerfurchte Fahrbahn war ungeeignet.
In Deutschland sind mittlerweile zwei Briefe von Laufmaschinen-Fans
aufgetaucht. Im Deutschen Museum steht ein Zweirad, dessen Besitzer, ein
Straubinger Advokat, 1819 in Regensburg ins Tagebuch schrieb:
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Michael Gäßler
© Dr. Norbert StellnerHeute wurde mir das besondere Glück zuteil, in einem Lotteriespiele um 15
Kreuzer das ausgesetzte erste Gewinst zu erhalten: Und worin bestand wohl dieses
Gewinst? In einem Schnellgehwagl mit 2 Rädern, wie Herr Dr. Fahrer eines
bei den Karmelitern hatte - nur mit dem Unterschiede, dass das Meinige
rückwärts und vorwärts nur ein Rad hat und desto geschwinder,
als mit zwei Rädern rückwärts, fortläuft
(der Karmeliter hatte also eine dreirädrige). Die Nr.51 war die
Glücksnummer. Das ganze Wagl, welches auf 18 Gulden zu stehen käme,
kostet mich also 15 Kreuzer und 36 Kreuzer Trinkgeld, sohin gerade so viele
Kreuzer, als meine Nummer anzeigt.
Und in Straubing:
Das Fahren mit dem Schnellwagen (Tresenne) geht bei mir schon ganz
passabel. Ich mache täglich im Fletz (Wohnung) eine kleine Commotion
(Stoßbewegung) und fahre ringsum durch alle Zimmer, bis ich mich
einmal - in der Kunst zu fahren mehr erfahren - selbst in das Freie
getraue: Es ist unterhaltlich...
Quelle der Einträge: Jahresbericht Historicher Verien für
Straubingen und Umgebung
Jahrgang 39 (1936) Straubingen 1937
Um Drais' Schwebezustand als Forstlehrer ohne Stelle - noch dazu bei vollen Bezügen beurlaubt - zu beenden, war er unter Ernennung zum Professor der Mechanik pensioniert worden. Diese Erfinderpension war für eine Heirat zu karg. Mithilfe des Vaters betreibt er die Rückkehr in den Forstdienst - letztlich erfolglos.

